Oktober 2012 in Münster

Im Oktober 2012 hat sich die Selbsthilfegruppe Intersexuelle Menschen in Münster getroffen. Auch bei diesem Treffen ging es wieder um die gegenseitige Unterstützung, Vernetzung für den Alltag, Problemlösungen für Intersexthemen und natürlich das Beisammensein mit Menschen, die wissen wovon wir reden. Dieser letzte Punkt ist der am meisten spürbare, denn in der Welt, in der wir sonst leben, treffen wir meistens auf Frauen und Männer, und diese können wenig nachvollziehen, um was es uns wirklich geht. Unter uns können wir einfach erzählen was uns passiert ist, wir müssen uns nicht erklären. Keiner fragt uns, wie wir uns denn so fühlen, eher als Mann oder eher als Frau, und versteht dann nicht einmal, dass wir uns weder - noch fühlen.

Beim Treffen gab es Gesprächskreise zu verschiedenen Themen, die während der Mahlzeiten vertieft und weitergebracht wurden. Wir haben aktiv geplant, wie wir uns noch besser vernetzen und helfen können. Eine private Stadtführung gab es auch, gemeinsame Bewegung bei einem sehr ausgedehnten Spaziergang und als besonderes therapeutisches Element haben wir gebatikt.

Auch wenn man es sich vielleicht nicht so richtig vorstellen kann, es wurde auch viel gelacht. Wir sind alle sehr froh, wenn wir uns treffen, Lachen ist halt die beste Medizin, der Galgenhumor kommt auch zum tragen, wir können bei diesen Treffen immer viel verarbeiten, wenn wir gemeinsam unsere Lasten tragen.

Viele bezeichnen die Gruppe auch als ihre Zweitfamilie und beim Abschied kann man sich oft nur trösten, wenn man sich ausrechnet, in wie vielen Wochen man sich denn schon wiedersieht. Allerdings ist es schon schwer, wenn die Standardzeitangabe dann in Wochen oder Monaten anzugeben ist. Ein häufigeres Treffen ist aber wegen der Entfernungen und der damit verbundenen Kosten nur schwer möglich. Es gibt zwar schon regionale Kleintreffen, aber ein größeres Treffen ist doch viel nützlicher und schöner.

Jetzt warten wir alle auf das Frühjahrstreffen und können es kaum abwarten.